Wie ich arbeite:
- Ich beginne immer mit Körperübungen. Dadurch kommst du in den Körper, kannst im Moment ankommen und lernst Basisübungen für mehr Selbstregulation (z.B. den Körper abgreifen oder Körpergrenzen abtasten, den Körper wahrnehmen, sich orientieren oder erden).
- Es folgt eine Vorstellungsrunde, um sich kennenzulernen und etwas zu teilen.
- Ich stelle ein Thema vor und wir beschäftigen uns damit.
Themen können sein:
Resilienz und Selbstwahrnehmung (Was ist für dich Stress? Wie gehst du damit um? Was passiert
im Körper bei Stress? Was ist Resilienz?), Ressourcen (persönliche Schatzkiste mit Kraftquellen für
deinen Alltag, Ressourcen fühlen und verkörpern), Emotionen, Bedürfnisse, Grenzen und
Konflikte
- Es gibt eine Übung zum Thema.
- Zum Schluss gibt es einen Abschlusskreis für offene Fragen oder Austausch.
In der Begegnungsgruppe arbeite ich ähnlich, gebe aber mehr Raum für den Austausch und das Teilen. Außerdem hast du die Möglichkeit...
- in einer festen kleinen Gruppe anzukommen und Sicherheit zu finden.
- dich jedes Mal mehr zu zeigen und zu öffnen, mit dem, was gerade da ist und das zu teilen.
- Übungen zu machen, die durch Vertrautheit entstehen (z.B. Hand halten, sich umarmen, sich gegenseitig massieren oder abgreifen)
- dich gesehen zu fühlen (z.B. durch die Wertschätzung durch andere in der Gruppe)
- Wünsche auszusprechen und sie vom Gegenüber erfüllt zu bekommen.
Was ist Resilienz?
Wir können bereits vor oder auch während Belastungen gut für uns sorgen: Der Schlüssel heißt Resilienz.
Resilienz ist das "Immunsystem" bzw. die Widerstandsfähigkeit unserer Seele oder Psyche mit Belastungen und Veränderungen umzugehen und gestärkt daraus hervorzugehen.
Wir brauchen Resilienz, um uns zu beruhigen, Gedanken zu steuern, Emotionen zu regulieren, Grenzen wahrzunehmen und zu setzen, Krisen zu überstehen, eine positive Energie zu aktivieren, handlungsfähig zu werden und das Leben zu genießen. In den Workshops und Gruppen vertiefen wir dafür die folgenden Themen: Selbstwahrnehmung, Nervensystem und Stress, Ressourcen, Grenzen, Bedürfnisse, Selbstverantwortung, Selbstfürsorge, Konfliktfähigkeit und Emotionen.
Unsere Resilienzkraft entwickelt sich meist früh und ist abhängig von den Umständen unserer Zeugung, der Schwangerschaft und Geburt und der ersten 7 Lebensjahre.
Was unsere Resilienzkraft nährt sind Sicherheit, Zugewandtheit und Zugehörigkeit, empathische Bindungspersonen, stabile familiäre Strukturen, Selbstwirksamkeitserfahrungen, Raum für eigene Bedürfnisse und glückliche und gesunde Personen um uns herum.
Aber das Schöne ist: Resilienz kann man lernen - in jedem Alter! Selbst die Resilienzkraft von resilienten Menschen kann durch lang anhaltende Herausforderungen erschöpft werden, aber auch diese ist wieder aufbaubar.
Was ist Stress?
Stress ist heute normal. Stress ist ein körperlicher Zustand unter Belastung, der durch Anspannung und Widerstand gegen äußere Faktoren gekennzeichnet ist.
Stress gab es früher bereits für unsere Vorfahren, beispielsweise bei Raubtieren oder Nahrungsmangel. Er bewirkt physiologische Reaktionen im Körper.
Durch die Einschätzung und Bewertung unser autonomes Nervensystem im Körper können wir auf jede Situation so reagieren, dass unsere Sicherheit bzw. unser Überleben an erster Stelle steht. Es reagiert je nach Situation anders. Erfahrungen aus der Umwelt werden aufgenommen, interpretiert und verarbeitet.
Wenn wir die Reaktionen unseres Nervensystems kennen und erkennen, können wir mitfühlender und situationsangepasster mit uns selbst umgehen.
Das "window of tolerance" (siehe Bild unten)
Im sogenannten Toleranzfenster ("window of tolerance") werden die Schwingungen des sympathischen und parasympathischen Nervensystems und der Spielraum für Stressresistenz sichtbar. Weniger resiliente Menschen reagieren schnell mit Stress oder Überforderung und haben von Grund auf ein engeres Toleranzfenster. Auch ist das Nervensystem nicht im Stande gut zu schwingen.
Durch das Nachlernen von Selbstregulation kann man eine echte Schwingung wieder herstellen und das Toleranzfenster weiten. Damit können wir Emotionen im Fenster halten und regulieren und eine höhere Stressresistenz entwickeln. Auch schöne Gefühle, wie verliebt sein, können durch ein weites Toleranzfenster gespürt werden. Auch schöne Gefühle verursachen Aufregung im Körper.
In unserer Kindheit lernen wir durch Co-Regulation der Bindungspersonen Selbstregulation bzw. einen Zustand von offener Zugewandtheit, Gesundheit und Zufriedenheit. War unsere Kindheit schwer oder gab es später anhaltende Belastungen haben wir Schwierigkeiten in einen entspannten und regulierten Zustand zu kommen. Heute können wir in einer Gruppe neue Erfahrungen machen und wichtige Dinge nachlernen.
Was sind Ressourcen?
Ressourcen sind Kraftquellen, die wir brauchen, um den Alltag und Krisen gut bewältigen zu können. Dazu zählen Stärken und Fähigkeiten, Gewohnheiten, Menschen, sichere Orte und viele andere Dinge. Wir dürfen uns bewusst machen, welche Ressourcen es gibt, welche uns bereits helfen und welche wir noch weiter für unser Leben nutzen wollen. Gerade dann, wenn es uns nicht gut geht, sind es Kraftquellen, die uns Halt geben können. Und es geht nicht darum, dass Schwierige beiseite zu schaffen, sondern etwas Gutes dazu zu nehmen. Gerade dann, wenn es uns besonders schlecht geht, dürfen wir uns besonders gut tun!
Wichtig ist hier, dass wir die Ressourcen in unserem Körper fühlbar machen und verkörpern.
Bindung ist dabei unsere größte Ressource.
Nicht nur als Kinder brauchen wir Nähe, wenn etwas Schwieriges auf uns zu kommt. Auch als Erwachsener ist das wichtig, um uns wieder gut regulieren zu können. Eine Umarmung oder eine Hand halten zu können, kann dich wieder beruhigen. Du merkst körperlich, dass da wirklich gerade jemand für dich da ist. Leider haben manche Menschen verlernt, um Hilfe fragen zu dürfen, weil Nähe früher vielleicht bedrohlich war oder weil man nicht die Hilfe bekommen hat, die man gebraucht hätte. Oder vielleicht hat man als Kind um Hilfe gefragt und oft den Satz gehört "das schaffst du schon". Gerade wenn Kinder merken, dass sie Hilfe brauchen und es kommunizieren können, ist das eine der wichtigsten Kompetenzen für unser späteres Leben.
Wir brauchen Menschen, bei denen wir alles in den Kontakt bringen können und die unsere Bedürfnisse und Grenzen respektieren, die eine Resonanz zeigen und mit uns mitschwingen. Dann kann sich dein Nervensystem wieder entspannen.
Warum der Körper mit einbezogen wird?
Resilienz ist die psychische Widerstandskraft, die im Körper spürbar ist. Es fängt bereits damit an, dass wir anders auf Dinge reagieren, wenn unser Körper nicht gut erholt ist. Wir können schwerer mit äußeren Belastungen umgehen, wenn wir nicht gut für unseren Körper sorgen. Außerdem beeinflusst der Körperzustand die Gedanken und Gefühle, die wiederum für unser Wohlbefinden sorgen.
Präsenz braucht den Körper, sowie Lebenskraft den Körper braucht und nur im Körper zu spüren ist. Und diese Lebenskraft brauchen wir um alltägliche Herausforderungen zu meistern, Grenzen zu fühlen und zu kommunizieren und Emotionen zu spüren.
Und wenn wir Resilienz im Körper verankern wollen, brauchen wir eine gute Körperwahrnehmung. Erkenntnisse und Einsichten allein verändern eingefahrene Verhaltensmuster nicht. Sobald wir getriggert werden, übernimmt der Körper und wir reagieren automatisch. In stressigen Situationen ist die Willenskraft über das Gehirn nicht mehr steuerbar. Für mehr Resilienz brauchen wir also unseren Körper, um Verhaltensmuster, die im Körper abgespeichert wurden, zu verändern.
Wir reagieren auf Stress mit dem autonomen Nervensystem und dieses ist für Körperfunktionen zuständig, die man nicht willentlich steuern kann: Atmung, Herzschlag, Verdauung etc. Somit hilft es, wenn wir uns freundlich und neugierig unserem Körper zuwenden und das Stresslevel des Körpers erkennen können. Dann können wir durch Übungen regulierend auf den Zustand unseres Körpers eingehen. Nach einiger Zeit der Übung reguliert sich der Körper automatisch und "schaltet" von einem angespannten in einen entspannten Zustand und das auch ohne den Willen des Gehirns.
Ressourcen (s.o.) können uns nur als Kraftquellen dienen und ein echtes Gegengewicht für Belastungen und schwierige Erlebnisse sein, wenn sie im Körper zu spüren sind. Die guten Gefühle müssen im Körper ankommen. Und auch Emotionen, die unser Leben lebenswert machen, sind nur erfahrbar mit unserem Körper.
Was sind Emotionen?
Emotionen sind innerlich wahrnehmbar und außen erkennbar. Sie sind oft verstrickt und beinhalten ungelöste Gefühle. Es gibt primäre und sekundäre Emotionen. Sie führen zu einem Grundbedürfnis und können dann reguliert werden.
Unsere primären oder universellen Emotionen sind: Freude - Wut - Angst - Trauer - Ekel. Es sind immer passende Reaktionen auf einen Umweltreiz. Vor allem Trauer ist eine sehr wichtige Emotion und verleiht uns Tiefe für andere Emotionen.
Es gibt auch sekundäre Emotionen: Eifersucht & Neid - Schuld & Scham – Stolz – Misstrauen. Sie verdecken das primäre emotionale Erleben, denn es war früher zu gefährlich. Auch Emotionen, wie Freude, Wut, Angst, Trauer oder Ekel können sekundäre Emotionen sein. Beispielsweise fühlen manche Menschen Wut und darunter liegt aber eigentlich die Trauer oder Traurigkeit.
Wir lernen die Emotionen wieder zu spüren, um das dahinterliegende Bedürfnis zu erkennen. Emotionen sind eine wichtige Orientierungshilfe in unserer Umwelt und führen zu Selbstwirksamkeit. Sie sind nicht gut oder schlecht. Sie fühlen sich nur unangenehm an, aufgrund unser Prägung und unseren Erfahrungen. Wir erkennen den Sinn und Zweck der Emotionen und können sie damit wieder leichter spüren. Sie verhelfen uns zu Handlungen und Veränderungen, um uns wieder für uns selbst einzusetzen. Dabei lernen wir den Umgang mit den Emotionen und die Regulation.
Welche Bedürfnisse gibt es?
Maslow hat unsere Bedürfnisse in einer Pyramide dargestellt. Von unten nach oben sind es folgende:
1) Physiologische Grundbedürfnisse: Ernährung, Schlaf, Sexualität, Bewegung, Gesundheit, Freiheit (Überleben)
2) Sicherheitsbedürfnis: Sicherheit, Altersversorgung, Strukturen, Grenzen (Existenz)
3) Soziales (Wir)Bedürfnis: soziale Kontakte, Wertschätzung, Zugehörigkeit
4) Ich-Bedürfnis (Außen): Erfolg, Anerkennung, Bedeutung
5) Selbstverwirklichung (Innen): Wachstum
Außerdem gibt es 4 psychologische Grundbedürfnisse. Sie streben ständig nach Befriedigung. Je besser das funktioniert, desto gesünder ist der Mensch.
- Bindung und Zugehörigkeit
- Orientierung und Kontrolle
- Selbstwert
- Lust und Unlust
Wir befassen uns mit einzelnen Bedürfnissen und überprüfen, wie wir uns diese erfüllen und ob uns das wirklich erfüllt. Wir besprechen, wie wir überhaupt wieder dazu kommen, zu fühlen, welche Bedürfnisse wir haben und nehmen den Kontakt zu unserem Körper durch Übungen auf.
Warum brauchen wir Grenzen? Wie können wir dabei im Kontakt zu uns und zu anderen sein?
"Grenzen setzen ist Ausdruck deiner Liebe zu dir selbst.
Grenzen achten ist Ausdruck deiner Liebe zu anderen." (Elke Bischofs)
Wir alle brauchen Grenzen, um unseren Körper wieder mehr spüren zu können, einen Halt zu erfahren, sich zu schützen und gut im Kontakt mit sich selbst und mit anderen sein zu können. Auch wenn es sich paradox anhört, aber ohne Grenzen können wir nicht in Verbindung mit anderen Menschen sein.
Woran erkennt man gesunde und ungesunde Grenzen? Wie zeigt mir das mein Körper? Und was brauche ich, um gesunde Grenzen aufbauen zu können?
Wir üben unsere Grenzen zu spüren und wieder mehr in unseren Körper zu kommen. Dabei lernen wir unseren Raum zu fühlen, zu füllen und uns darin zu entspannen. Dabei können uns Ressourcen unterstützen. In Partnerübungen erkennst du deine Grenzen, du übst dich zu regulieren und eine Grenze zu kommunizieren. Durch das Pendeln dabei erfährst du mehr Selbstregulation, was dir hilft im Alltag deine Grenzen mehr zu spüren. Außerdem üben wir Kontakt und Verbindung, während du deine Grenze halten darfst.
Was ist ein Konflikt? Was hilft für eine gelingende Kommunikation?
„Jeder Konflikt ist eine Bedürfnisverhandlung“ (M. Rosenberg)
Ein Konflikt im Außen oder im Innen ist oft unangenehm und man möchte diesem am liebsten aus dem Weg gehen oder ihn verdrängen. Und doch können wir dabei lernen, welche Gefühle und Bedürfnisse auf beiden Seiten dahinter stecken und uns für uns selbst einsetzen. Ein Konflikt in unserem Inneren entsteht meist aus unterschiedlichen Wertesystemen oder zwischen zwei unterschiedlichen Anteilen in uns, die sich aus einem guten Grund für ein Bedürfnis einsetzen wollen und sich dabei nicht einig sind. Es geht um eine eine Bedürfnisverhandlung und wir entspannen erst, indem wir einen guten Kompromiss für beide Anteile finden können.
Durch die Schritte der Gewaltfreien Kommunikation nach Marshall Rosenberg können wir wieder schrittweise einer Lösung näher kommen.
1. Beobachtung
2. Gefühle spüren
3. Bedürfnisse erkennen
4. Wunsch oder Bitte formulieren
Dabei entsteht Regulation und Integration, sobald unser Bedürfnis dahinter erkannt und anerkannt wird. Dafür muss das Bedürfnis oder der Wunsch nicht vom Gegenüber erfüllt werden. Das Gesehen werden dieses Bedürfnisses oder die Trauer darüber, dass es früher nicht erfüllt worden ist, schafft eine mitfühlende Nähe zu dir selbst. Körperliches Empfinden und Emotionen werden in Bewegung gebracht und der Stress wird entladen. Und da kannst dir ein Bedürfnis auch von dir selbst oder durch andere "Strategien" erfüllen.
99% unserer Konflikte sind Reinszenierungen. Das sind zwanghafte Wiederholungen unseres Unterbewusstseins. Das Unterbewusstsein lernt vor allem durch die ersten 4 Lebensjahre und entwickelt Konzepte und Verhaltensmuster und in Konflikten kann das Gehirn nicht zwischen Vergangenheit, Gegenwart oder Zukunft unterscheiden. Es ist im Hier und Jetzt.
Bei jedem erlebten Konflikt, ob positiv oder negativ, entstehen Synapsen im Gehirn und biochemische Veränderungen im Körper (emotionale Muster). Erfolgreiche Anpassungsvorgänge vermitteln uns ein Gefühl von Gewohnheit. Je häufiger diese Vorgänge, desto mehr streben wir es an, auch wenn es für uns negativ hinsichtlich unserer Grundbedürfnisse ist. Vermeidungsstrategien werden so ebenfalls als erfolgreich bewertet. Diese Strategien hatten früher ihre "guten" Gründe und waren wichtige Helfer. Was wir aber meiden, lernen wir nicht kennen und können wir auch nicht verändern. Wenn wir unsere Emotionen, Gedanken und Körperempfindungen tolerieren und wahrnehmen können, lernen wir sie zu beobachten und dann können sich diese Strategien wieder verändern und führen zu einer langfristigen Bedürfniserfüllung. Veränderungen dieser emotionalen Muster sind immer mit Angst verknüpft, aber sie sind bis ins hohe Alter veränderbar. Danach kann sich der Stress in unserem Körper regulieren.
Und das, was wir als Konflikt im Außen erleben ist oft eine Reinszenierung zweier oder mehrerer innerer Anteile unserer eigenen Persönlichkeit.
Diese Persönlichkeitsanteile (Ego-States) entstehen immer dann, wenn wir uns bestimmten Lebenssituationen oder Personen anpassen (müssen). Wir reagieren auf die Umstände und lernen Verhaltensmuster. Diese Muster können eine bestimmte Altersstufe oder eine Beziehung im Leben eines Menschen repräsentieren. Oder es ist eine Überlebensstrategie und wird zum Charakterzug. Dabei passiert es, dass sich in verschiedenen Persönlichkeitsanteilen verschiedene Bedürfnisse und Gefühle ausbilden (kindlicher vs. erwachsener Anteil).
Meine Literaturtipps
Dr. Isa Grüber - "Resilienz - dein Körper zeigt dir den Weg: Wirksame Übungen für innere Stärke und gute Nerven - Selbsthilfe mit Somatic Experiencing (SE) nach Dr. Peter Levine
Du entwickelst Resilienz nicht, indem du danach strebst, dich immer gut zu fühlen! Du entwickelst Resilienz, indem du immer besser darin wirst, dich schlecht zu fühlen!
😊
Nicole Matula
Johannesfeld 4
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